Alliierter Luftangriff auf Hildesheim


Blick in das Innere der völlig ausgebrannten Stadthalle (StadtA Hildesheim Best. 951, 8224/2)
Blick in das Innere der völlig ausgebrannten Stadthalle, in der seit 1. März 1945 ein KZ mit 500 Häftlingen untergebracht war. (Stadtarchiv Hildesheim, Best. 951, 8224/2)

Am Mittag des 22. März zerstörte ein großer Luftangriff der Alliierten auf das Stadtzentrum von Hildesheim in weniger als einer Stunde die historische Altstadt: 85% der Fachwerkhäuser, 80% aller öffentlichen Gebäude, Schulen und Kirchen, 50% der Industrieanlagen fielen den Flammen zum Opfer. Das alte Hildesheim existierte nicht mehr. Die Gesamtzahl der Opfer wurde nach dem Krieg mit 1.645 Personen ermittelt, darunter 103 Ausländer; 277 Tote waren nicht mehr zu identifizieren. Gründlich zerstört wurden damit auch die in der Stadt verbreiteten Illusionen, Hildesheim werde wegen seiner einmaligen Fachwerkhäuser von den Alliierten verschont.

Unter den zerstörten Gebäuden war auch die Stadthalle. Trotzdem wurden die darin untergebrachten KZ-Häftlinge weiter festgehalten: Sie mussten weiter arbeiten und in der Nähe auf freiem Feld an der Innerste übernachten. Erst nach einigen Tagen wurden sie zu Fuß in das KZ-Außenlager Ahlem bei Hannover in Marsch gesetzt, von wo sie mit den übrigen Häftlingen des Lagers auf den Todesmarsch in das KZ Bergen-Belsen geschickt wurden.

Literatur:
Hans-Dieter Schmid: Hildesheim in der Zeit des Nationalsozialismus. Hildesheim 2015 (im Erscheinen)

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