Auflösung des KZ-Außenlagers „Dachs IV“ in Osterode-Petershütte


Baustelle an der Stollenanlage des Bauprojektes Dachs IV, 17. Dezember 1944. (KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora, Sammlung Jürgen Müller)
Baustelle an der Stollenanlage des Bauprojektes Dachs IV, 17. Dezember 1944. (KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora, Sammlung Jürgen Müller)

Mit dem Abtransport von 716 Häftlingen, darunter etwa zur Hälfte Juden, die erst wenige Wochen zuvor aus Auschwitz in den Harz verschleppt worden waren, räumt die SS am 21. März 1945 das zum KZ Mittelbau-Dora gehörende Außenlager „Dachs IV“ in Petershütte bei Osterode am Harz. Die Häftlinge werden in ein KZ-Außenlager in der Boelcke-Kaserne in Nordhausen gebracht. Dort hat die SS das zentrale Kranken- und Sterbelager des KZ Mittelbau eingerichtet. Nur wenige der aus Osterode in die Boelcke-Kaserne gebrachten Häftlinge erleben das Kriegsende.

In Petershütte sollte eine unterirdische Erdölraffinerie für die Rhenania-Ossag AG aus Hamburg entstehen. Für den Ausbau der Stollenanlagen zog die Organisation Todt neben zivilen ausländischen Zwangsarbeitern, Kriegsgefangenen und sogenannten „Halbjuden und jüdisch Versippten“ auch bis zu 800 Häftlinge aus dem KZ Mittelbau-Dora heran, die ab November 1944 in einem Barackenlager in der Nähe der Baustelle untergebracht waren. Die Bauarbeiten wurden trotz des Abzugs der KZ-Häftlinge am 21. März 1945 noch bis Anfang April 1945 fortgeführt. Trotzdem wurde die Stollenanlage nicht fertig gestellt. Seit 2002 erinnert ein Gedenkstein vor den Ende der 1940er Jahre gesprengten Stolleneingängen an das Konzentrationslager.

Literatur:
Jürgen Müller: Dachs IV – der Bau des unterirdischen Hydrierwerkes Dachs IV bei Osterode im Harz zum Ende des zweiten Weltkrieges, Clausthal-Zellerfeld 2004.

Ein Gedanke zu „Auflösung des KZ-Außenlagers „Dachs IV“ in Osterode-Petershütte

  1. Andreas Froese-Karow

    Die Räumung des KZ-Außenlagers Osterode-Petershütte ist ab 7. April 2015 auch ein zentrales Thema für das Gedenkprojekt „Fahnen der Erinnerung“ des Vereins „Jugend für Dora“ e.V. zum 70. Jahrestag der Befreiung des KZ Mittelbau-Dora. Die Mitglieder des Vereins werden sichtbare Gedenkzeichen an allen ehemaligen Standorten der KZ-Außenlager des „Lagerkomplexes Mittelbau“ in der gesamten Harzregion errichten. So auch in Osterode: zum Gedenken an die beiden dortigen KZ-Außenlager Osterode-Petershütte und Osterode-Freiheit. Das Gedenkprojekt widmet sich auch den Räumungstransporten und Todesmärschen der Häftlinge aus den Mittelbau-Lagern, von denen viele in das KZ Bergen-Belsen verliefen. Mehr Informationen auf der Internetseite des Gedenkprojekts: http://www.fahnendererinnerung.wordpress.com

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