Kategorie-Archiv: 28. Februar 1945


Transport kranker Frauen aus dem KZ-Außenlager Leipzig in das KZ Bergen-Belsen


Liste des Transportes aus dem Außenlager Leipzig des KZ Buchenwald in das KZ Bergen-Belsen
Liste des Transportes aus dem Außenlager Leipzig des KZ Buchenwald in das KZ Bergen-Belsen, Dokumente 3393473 u. 3393474 (1.1.3.1/0002/0062 u. 0064), ITS Digitales Archiv

Am 28.Februar 1945 trifft ein Transport mit 71 kranken Frauen aus dem Arbeitskommando der Firma Hugo Schneider AG („Hasag“) im Frauenlager des KZ Bergen-Belsen ein. Die „Hasag“ war der größte Leipziger Rüstungskonzern mit mehreren Fabriken in Deutschland und im besetzten Polen. Weibliche Häftlinge, die aufgrund von Verletzungen, Erkrankungen oder Schwäche nicht mehr arbeiten konnten, wurden ausgesondert. Der Kommandant des Außenlagers, Wolfgang Plaul, meldet dem KZ Buchenwald die Überstellung der „arbeitsunfähigen“ Häftlinge am 27. Februar. Bei den Nummern in der zweiten Spalte handelt es sich um die Haftnummern des KZ Buchenwald. Die älteste Frau ist 1886, die jüngsten sind 1928 geboren. Unter den Frauen befindet sich auch ein Kind. Das Schicksal der meisten Frauen dieser Gruppe ist nicht bekannt, neun werden in Bergen-Belsen befreit, von denen eine Frau im Mai 1945 an den Folgen der Haft stirbt.

Mehr als zwei Dutzend Transporte mit nicht arbeitsfähigen Frauen trafen 1945 aus den Außenlagern des KZ Buchenwald in Bergen-Belsen ein. Man muss davon ausgehen, dass viele der ohnehin geschwächten Menschen an diesem Ort starben.

 


Ankunft eines Häftlingstransportes in Osterode-Freiheit


Betriebsgelände der Firma Curt Heber, um 1943. In Teilen des Barackenlagers (links) waren 1944/45 die KZ-Häftlinge untergebracht.

Im KZ-Außenlager bei der Firma Heber in Osterode-Freiheit treffen 101 Häftlinge mit einem Transport aus dem KZ Mittelbau-Dora ein. Damit steigt die Zahl der Lagerinsassen auf über 400. Unter den Neuankömmlingen sind viele jüdische Häftlinge, die erst kurz zuvor aus dem geräumten KZ Auschwitz in den Harz verschleppt worden waren.

Das KZ-Außenlager Osterode-Freiheit bestand von Ende September 1944 bis zum 5. April 1945. Die Häftlinge mussten Zwangsarbeit in der Rüstungsproduktion der Firma Curt Heber leisten und waren in Baracken auf dem Betriebsgelände untergebracht. Tote wurden zunächst zur Einäscherung ins Hauptlager Dora gebracht und später am Rande des Städtischen Friedhofes in Osterode begraben. Die Gesamtzahl der Opfer ist nicht bekannt.

Am 5. April 1945 trieb die SS die Häftlinge auf einen Todesmarsch in Richtung Norden. Die Überlebenden wurden Mitte April zwischen Gifhorn und Salzwedel von den Amerikanern befreit.

 

Literatur:

Jens-Christian Wagner, Osterode-Freiheit, in: Barbara Distel/Wolfgang Benz (Hg.), Der Ort des Terrors. Geschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager, München 2008, S. 324 f.