Kategorie-Archiv: 8. März 1945


Franciscus Broothaers, gestorben am 8. März 1945 im KZ Watenstedt/Leinde


Füllfederhalter von Franciscus Broothears, Archiv Arbeitskreis Stadtgeschichte e.V., Bestand Objekte/Originale
Füllfederhalter von Franciscus Broothears, Archiv Arbeitskreis Stadtgeschichte e.V., Bestand Objekte/Originale

Diesen Füllfederhalter musste Franciscus Broothaers bei seiner Einlieferung ins KZ abgeben. Gemeinsam mit seinem Bruder und seinem Vater wurde der 19-jährige Belgier ins KZ Sachsenhausen eingewiesen. Über das KZ Neuengamme kamen die beiden Brüder ins KZ-Außenlager Watenstedt/Leinde in Salzgitter. Laut Friedhofskarteikarte verstarb Franciscus dort am 8. März 1945 an Herz- und Kreislaufschwäche. Willy H., Neffe von Franciscus Broothaers, begab sich Jahrzehnte später auf die Suche nach seinem Onkel. Im Rahmen dieser Recherche tauchte auch der Füller im Archiv des International Tracing Service auf. 67 Jahre später wurde die Effekte an die Familie zurückgegeben. Heute liegt sie im Archiv der Gedenkstätte KZ Drütte.

Website:
„Ein begabter Schüler“ >> www.gedenkstaette-salzgitter.de/ein-begabter-schueler


Die Urne von Karl Schlombach


Todesbenachrichtigung Karl Schlombach (Stiftung niedersächsische Gedenkstätten / Gedenkstätte Bergen-Belsen, BT 769)

Ab März 1945 sterben im KZ Bergen-Belsen täglich mehrere hundert Menschen. Die Zahl der auf dem Lagergelände liegenden Leichen nimmt beständig zu.

In dieser Situation unterschreibt am 8. März 1945 der Kriminalbeamte und SS-Untersturmführer Wilhelm Frerichs im KZ Bergen-Belsen die Todesbenachrichtigung an die Witwe von Karl Schlombach und bietet an, die Urne mit der Asche ihres Mannes nach Berlin zu schicken. Sie reicht daraufhin die notwendigen Papiere ein.

Karl Schlombach wurde 1897 in Teltow bei Berlin geboren. Ab 1928 betrieb er ein Baugeschäft. Bereits im März 1933 geriet er aus politischen Gründen in das Visier der neuen Machthaber. In den folgenden Jahren sah er sich zahlreichen Schikanen durch die Behörden und die Gestapo ausgesetzt, immer wieder kam es zu Vorladungen und Verhaftungen. Nach einer Festnahme in Berlin wegen öffentlicher Beschimpfung der Regierung im Juli 1944 wurde er im September in das KZ Sachsenhausen überstellt. Anfang Februar 1945 wurde er von dort in das KZ Bergen-Belsen gebracht.

Karl Schlombach stirbt am 25. Februar 1945 im KZ Bergen-Belsen. In den Benachrichtigungen an Angehörige wurde häufig „Kreislaufschwäche“ angegeben, um die tatsächliche Todesursache zu verschleiern.