Massaker des angeblichen „Hauptmanns“ Willi Herold


Willi Herold beim Reichsarbeitsdienst Foto: 1943 (Archiv Paul Meyer, Freiburg i.Br.)
Willi Herold beim Reichsarbeitsdienst Foto: 1943 (Archiv Paul Meyer, Freiburg i.Br.)

Anfang April 1945 verliert der 19-jährige Fallschirmjägergefreite Willi Herold in der Nähe von Bentheim den Kontakt zu seiner Einheit. In einem zerstörten Fahrzeug findet er eine Hauptmannsuniform, eignet sie sich an und marschiert Richtung Norden. Am 12. April trifft er mit einer Gruppe versprengter Soldaten im Lager II Aschendorfermoor ein. Hier sind nach abgebrochenen Evakuierungsmärschen aus den Strafgefangenenlagern im nördlichen Emsland 2.500 bis 3.000 Gefangene untergebracht.

Mit forschem Auftreten und resolutem Verhalten übernimmt der selbsternannte „Hauptmann“ im Lager die Befehlsgewalt. Bis zum 19. April ermorden er und seine Helfer im Lager und in der Umgebung mindestens 172 Gefangene.

Am 23. Mai verhaftet ihn die Royal Navy in Wilhelmshaven und interniert ihn anschließend im Civil Internment Camp Esterwegen. Im August 1946 von einem britischen Militärgericht in Oldenburg zum Tode verurteilt, wird Willi Herold am 14. November 1946 im Gefängnis Wolfenbüttel hingerichtet.

Literatur:
T.X.H. Pantcheff: Der Henker vom Emsland. Dokumentation einer Barbarei am Ende des Krieges 1945, Leer, 2. Aufl. 1995

Heinrich und Inge Peters: Pattjackenblut. Antreten zum Sterben – in Linie zu 5 Gliedern, Norderstedt 2014

DVD:
Der Hauptmann von Muffrika. Film von Paul Meyer und Rudolf Kersting; Dokumentation, s/w, 70 Min, 1997

Website:
www.gedenkstaette-esterwegen.de

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