Die Urne von Karl Schlombach

Ab März 1945 sterben im KZ Bergen-Belsen täglich mehrere hundert Menschen. Die Zahl der auf dem Lagergelände liegenden Leichen nimmt beständig zu. In dieser Situation unterschreibt am 8. März 1945 der Kriminalbeamte und SS-Untersturmführer Wilhelm Frerichs im KZ Bergen-Belsen die Todesbenachrichtigung an die Witwe von Karl Schlombach und bietet an, die Urne mit der Asche ihres Mannes nach Berlin zu ...

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Gedenkstein für Anne und Margot Frank auf dem Gelände der Gedenkstätte Bergen-Belsen

Anne und Margot Frank sterben im KZ Bergen-Belsen im März 1945

Anne Frank wird am 12. Juni 1929 als Kind jüdischer Eltern in Frankfurt am Main geboren. Als 1933 in Deutschland die Verfolgung der Juden beginnt, zieht die Familie Frank nach Amsterdam. Nach der Besetzung der Niederlande im Mai 1940 setzt auch dort die Judenverfolgung ein. Am 12. Juni 1942 beginnt Anne Frank ihr Tagebuch. Vom 6. Juli 1942 an versteckt ...

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Auszug aus der Liste der im Monat März 1945 bestraften ausländischen Zwangsarbeiter (Stadtarchiv Leer, Rep. 1-4476)

Bestrafungen von ZwangsarbeiterInnen in Leer im März 1945

In der ostfriesischen Stadt Leer waren während des Zweiten Weltkriegs wie in vielen anderen Orten Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter aus den besetzten Ländern Europas eingesetzt. Dort wurde nicht nur unter schlechten Bedingungen ihre Arbeitskraft ausgebeutet, sie sahen sich auch Regelungen und Verboten ausgesetzt, die für die deutsche Bevölkerung teilweise so nicht galten. Die Liste der Bestrafungen ausländischer Zwangsarbeiter für den Monat ...

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Tagebuchseite mit dem Eintrag vom 5. März 1945, Gedenkstätte Bergen-Belsen, Schenkung Louis Tas

KZ Bergen-Belsen: Tagebucheintrag von Louis Tas am 5. März 1945

„5. März. Vollständigkeitshalber: Das Schneebaum-Lager ist teilweise auf Transport gekommen; natürlich wieder die entsprechenden Gerüchte über uns. Es wird höchste Zeit, in Anbetracht des Zustands meiner Eltern und meiner eigenen lebhaften Gedanken an frühere Nahrungsmittel. Manchmal überfällt mich auch ein fast noch lebhafteres Heimweh nach Küche 3.“ Der niederländische Medizinstudent Louis Tas wurde als 23jähriger im März 1944 über das ...

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Freilassung von 105 türkischen Juden in die Türkei, März 1945. Reiseroute rekonstruiert nach den Berichten von Rudolf Levi und Philippe Aubert de la Rüe. (Stiftung niedersächsische Gedenkstätten/Gedenkstätte Bergen-Belsen, Atelier Weidner Händle, Stuttgart)

Freilassung von 105 Juden aus dem KZ Bergen-Belsen in die Türkei

Am 4. März 1945 verlässt ein Transport mit 105 türkischen Juden das sogenannte Neutralenlager des KZ Bergen-Belsen. Die Familien, darunter 20 Kinder, wurden im Laufe des Jahres 1944 aus verschiedenen Ländern Europas in das Austauschlager Bergen-Belsen gebracht, da sie den Anspruch auf die türkische Staatsangehörigkeit erhoben. Im August 1944 brach die Türkei die diplomatischen Beziehungen zum Deutschen Reich ab und ...

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KZ-Außenlager Boelcke-Kaserne (Nordhausen), 12. April 1945 (nach der Befreiung). Sterbende liegen zwischen Toten. (National Archives, Washington)

Transport vom Harz in den Tod

Aus dem KZ-Außenlager Ellrich-Juliushütte im Südharz lässt die SS 1602 kranke und sterbende Häftlinge, die sie als arbeitsunfähig ausgesondert hat, in die Boelcke-Kaserne nach Nordhausen bringen. Als die Viehwaggons in der nur 15 km entfernten Stadt eintreffen, sind bereits 340 Häftlinge tot. Am Folgetag füllt die SS den Transport auf 2250 Häftlinge auf und lässt den Zug nach Bergen-Belsen fahren ...

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Pola Berkowitz-Wajnstock am Gedenkstein ihrer verstorbenen Schwester Sifka in Bergen-Belsen, undatiert

Transport von Frauen und Kindern in das KZ Bergen-Belsen

Am 2. März 1945 treffen mehr als 3 200 Frauen und Kinder aus dem KZ Ravensbrück im KZ Bergen-Belsen ein. Das Lager ist mit knapp 42 000 Häftlingen bereits extrem überbelegt. An diesem Tag sterben insgesamt 239 Menschen an den Folgen der Haft, allein 68 Frauen und Kinder im Frauenlager. Eine Liste des Transportes aus Ravensbrück ist nicht überliefert, weshalb nur ein ...

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KZ-Außenlager Ellrich-Juliushütte. Blick von einem Unterkunftsblock auf das Krematorium, undatiert (vermutlich nach der Befreiung). (KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora)

Massensterben im KZ-Außenlager Ellrich-Juliushütte

Letztmalig werden an diesem Tag Häftlingsleichen zur Einäscherung aus dem KZ-Außenlager Ellrich-Juliushütte in das Krematorium im Hauptlager Dora bei Nordhausen gebracht. Am Folgetag nimmt das eigene Krematorium in Ellrich-Juliushütte den Betrieb auf. Laut „Veränderungsmeldung“ der SS werden am 1. März 28 Häftlingsleichen zur Einäscherung nach Dora überführt. Der jüngste Tote, der Pole Petro Schworuk, ist laut Liste 19 Jahre alt ...

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Eine gotische Kirche als KZ-Außenlager: die zur Stadthalle umgebaute ehemalige Kirche St. Pauli in Hildesheim (StA Hildesheim, Best. 952, 91/1)

Hildesheim. Einrichtung eines KZ-Außenlagers in der Innenstadt

Am 1. März 1945 wies der Hildesheimer Oberbürgermeister dem Reichsbahnbetriebsamt Hildesheim die beiden Säle im 1. Stock der Hildesheimer Stadthalle – einer umgebauten ehemaligen Kirche – zur Unterbringung von 500 KZ-Häftlingen zu. So entstand ein Außenlager des KZs Neuengamme mitten in der Altstadt von Hildesheim. Die jüdischen Häftlinge – in der Mehrheit Ungarn – waren die Überlebenden eines Evakuierungstransports aus ...

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Liste des Transportes aus dem Außenlager Leipzig des KZ Buchenwald in das KZ Bergen-Belsen

Transport kranker Frauen aus dem KZ-Außenlager Leipzig in das KZ Bergen-Belsen

Am 28.Februar 1945 trifft ein Transport mit 71 kranken Frauen aus dem Arbeitskommando der Firma Hugo Schneider AG („Hasag“) im Frauenlager des KZ Bergen-Belsen ein. Die „Hasag“ war der größte Leipziger Rüstungskonzern mit mehreren Fabriken in Deutschland und im besetzten Polen. Weibliche Häftlinge, die aufgrund von Verletzungen, Erkrankungen oder Schwäche nicht mehr arbeiten konnten, wurden ausgesondert. Der Kommandant des Außenlagers, ...

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Ankunft eines Häftlingstransportes in Osterode-Freiheit

Im KZ-Außenlager bei der Firma Heber in Osterode-Freiheit treffen 101 Häftlinge mit einem Transport aus dem KZ Mittelbau-Dora ein. Damit steigt die Zahl der Lagerinsassen auf über 400. Unter den Neuankömmlingen sind viele jüdische Häftlinge, die erst kurz zuvor aus dem geräumten KZ Auschwitz in den Harz verschleppt worden waren. Das KZ-Außenlager Osterode-Freiheit bestand von Ende September 1944 bis zum ...

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